Eine Ausstellung von Affenportraits oder Menschenportraits.
Jeder einzelne der gezeigten Affen hat seine eigene tragische Geschichte aus Schmerz und Trauma. Und jede ist anders.
Wir lieben Affen, wenn sie uns denn unterhalten, Grimassen schneiden oder mit uns lachen. Ich möchte mit diesen Bildern den Affen in seiner ganzen Persönlichkeit darstellen, Man soll ihnen in die Augen sehen, wie Passfotos einer eindeutigen Identifizierung von Gefühlen zuordnen wie: Freude, Trauer, Zorn, Verzweiflung, Hilflosigkeit oder auch Liebe. Der Affe in seiner wohl ähnlichsten Nachahmung der menschlichen Natur ist für mich als Malerin als beunruhigender Doppelgänger des Menschen für das was ich malerisch ausdrücken möchte mehr als das Menschenantlitz geeignet.
Nietzsches Zarathustra stellt die Frage:“ Was ist der Affe für den Menschen“? Und seine Antwort lautet:
„Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.“ Der Affe also als Karikatur dessen, was wir sein wollen.
Der Affe als unbewusster Nachahmer des Menschen wird zur unleugbaren Nachahmung des Menschen, deren Anblick Gelächter oder Scham auslöst. Im Gelächter distanzieren wir uns von dieser Nachäffung unserer selbst, in der Scham wird uns die ersichtliche Affinität mit dem, was wir nicht sein wollen, derart bewusst, dass wir verstummen. Und deshalb eignet sich der Affe auf natürliche Weise zur Veranschaulichung der Selbstentfremdung des Menschen inmitten seiner eigenen Kultur.
( Anmerkungen) Der Mensch als Affe von Horst-Jürgen Gerigk)
„James und andere Affen“ von Jane Goodall
„Eine schöne Verwandtschaft“ von Frans de Wal
„Affen in der Wildnis“ von Ingo Arndt
„Die Denker des Dschungels“ von Gerd Schuster, Willie Smits und Jay Ullal
Edgar 100/100 Acryl
Galerie Tieck Tieckstr. 28 10115 Berlin 22.07.2009
Die Galerie Tieck zeigt in ihrer zweiten Sommerausstellung 09 „Ungewöhnliche Porträts“ im August eine weitere Position großformatiger Portraitmalereien: Affenporträts der Künstlerin Marliese Jung-Dörr.
Durch die Nähe zum Menschen in seinem Verhalten, Gestik und Mimik ist der Affe für Marliese Jung Dörr der beunruhigende Doppelgänger des Menschen. Den Porträts der Affen sind vielschichtige menschliche Gefühlsebenen anzusehen.
Viele Menschen lieben Affen, weil sie unterhaltsam sind, Grimassen schneiden, gemeinsames Gelächter auslösen. Nietzsches Zarathustra stellt die Frage:“ Was ist der Affe für den Menschen“? Und seine Antwort lautet: „Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.“ Der Affe als Karikatur des Menschen wird als unbewusster Nachahmer zur deutlichen Nachahmung. Im Gelächter distanziert sich der Mensch von dieser Nachäffung seiner selbst, in der Scham wird die ersichtliche „Affinität“ mit dem bewusst, was er eigentlich nicht sein will.
Für die Künstlerin Marliese Jung- Dörr eignen sich daher die von ihr ausgewählten Affen, die sie überzeugend in ihren teils großformatigen und seriellen Malereien individuell darstellt, um die Selbstentfremdung inmitten seiner eigenen Kultur den Menschen eindrucksvoll vorzuführen.